Trotz der weit verbreiteten Meinung, dass 2025 eine Katastrophe war, deuten die Daten auf etwas anderes hin. Während viele es als eine Zeit globaler Krisen erlebten – von Konflikten in Gaza bis hin zu zunehmenden KI-Ängsten und der Verbreitung von Fehlinformationen – entwickelten sich unter der Oberfläche mehrere wichtige Trends in eine ausgesprochen positive Richtung. Das Jahr war nicht vom Zusammenbruch geprägt, sondern von stillen Fortschritten in Bereichen, die von der genetischen Medizin über die öffentliche Gesundheit bis hin zur Erholung der Umwelt reichten.
Durchbrüche in der genetischen Medizin: Die erste CRISPR-Heilung
Eine der bedeutendsten Errungenschaften des Jahres 2025 war die erfolgreiche Behandlung von KJ Muldoon, einem Baby, das mit einer tödlichen genetischen Störung geboren wurde. Mithilfe der Gen-Editing-Technologie CRISPR konnten Ärzte am Children’s Hospital of Philadelphia (CHOP) einen einzelnen DNA-Fehler in KJs Genom korrigieren und ihn so effektiv von seinem Carbamoylphosphat-Synthetase-1-Mangel heilen – einem Zustand, der im Säuglingsalter fast zum Tode verurteilt ist.
Dies ist nicht nur ein Sieg für KJ; es signalisiert einen Paradigmenwechsel in der personalisierten Medizin. Für die 30 Millionen Amerikaner, die mit seltenen genetischen Krankheiten leben, die von der pharmazeutischen Forschung oft ignoriert werden, bietet CRISPR einen praktikablen Weg zur Behandlung. Die schnelle Entwicklung dieser Therapie, die durch eine Notfallzulassung der FDA beschleunigt wurde, zeigt, wie schnell wirksame Lösungen bei Bedarf eingesetzt werden können. Wie der Molekularbiologe David Liu es ausdrückte, ist dies ein Moment, in dem „wir endlich etwas über unsere genetischen Merkmale mitreden können“.
Unerwarteter Rückgang bei Gewalt und Todesfällen durch Überdosis
Entgegen der Intuition tendierten mehrere Schlüsselindikatoren für gesellschaftlichen Schaden im Jahr 2025 nach unten. In 42 großen US-Städten gingen die Tötungsdelikte im Vergleich zu 2024 um etwa 17 Prozent zurück, wobei viele Gebiete wieder das Niveau der Gewaltkriminalität vor der Pandemie erreichten. Die Zahl der Todesfälle durch Drogenüberdosierung, die im Jahr 2023 mit 110.000 einen Höchststand erreichte, sank auf rund 80.000 – der stärkste Rückgang in einem Jahr, den das CDC jemals verzeichnete. Sogar die Selbstmordrate in den USA war leicht rückläufig.
Auch die Zahl der Verkehrstoten setzte ihren Abwärtstrend im dritten Jahr in Folge fort, wobei Prognosen für die erste Hälfte des Jahres 2025 einen weiteren Rückgang um 8 Prozent erwarten lassen. Diese Verbesserungen sind nicht nur statistisches Rauschen; Sie stellen einen spürbaren Gewinn für die öffentliche Sicherheit und das Wohlergehen dar.
Veränderte Lebensstile: Weniger Alkohol, weniger Fettleibigkeit
Über Kriminalität und Gesundheitskrisen hinaus entwickelten sich auch die Lebensstiltrends positiv. Der Alkoholkonsum in den USA erreichte einen historischen Tiefstand: Nur 54 Prozent der Amerikaner gaben an, überhaupt zu trinken – der niedrigste Wert seit 1939. Auch der Alkoholkonsum bei Teenagern ist eingebrochen und sank von 75 Prozent Ende der 90er Jahre auf heute rund 40 Prozent.
Gleichzeitig ging die Fettleibigkeitsrate leicht zurück und sank von 40 Prozent im Jahr 2022 auf 37 Prozent im Jahr 2025. Diese Verschiebung ist größtenteils auf die zunehmende Einführung von GLP-1-Medikamenten wie Ozempic und Wegovy zurückzuführen, die den Appetit wirksam unterdrücken und die Gewichtsabnahme fördern. Auch wenn diese Trends keine vollständige Lösung darstellen, deuten sie darauf hin, dass sich gesündere Verhaltensweisen immer mehr durchsetzen.
Die Erholung der Ozonschicht: Eine globale Erfolgsgeschichte
Die Ozonschicht, einst eine große Umweltbedrohung, heilt dank der nachhaltigen Durchsetzung des Montrealer Protokolls weiter. Im Jahr 2025 erreichte das antarktische Ozonloch seine kleinste Größe seit 2019 und fast 99 Prozent der verbotenen ozonschädigenden Substanzen wurden auslaufen.
Experten gehen davon aus, dass die Ozonschicht über den meisten Teilen der Welt bis 2040 wieder das Niveau von 1980 erreichen wird, wobei über der Antarktis mit einer vollständigen Erholung bis 2066 zu rechnen ist. Dieser Erfolg zeigt, dass selbst scheinbar unüberwindbare Umweltprobleme wirksam angegangen werden können, wenn internationale Zusammenarbeit und verbindliche Verträge aufrechterhalten werden.
Perspektive: Es könnte immer schlimmer sein
Im Großen und Ganzen der Geschichte war das Jahr 2025 bemerkenswert stabil. Im Vergleich zu Epochen wie 536 n. Chr. – einem Jahr, das von Vulkanausbrüchen, Hungersnöten und dem Ausbruch der Justinianischen Pest geprägt war – ist die Gegenwart ein relatives Paradies. Auch wenn es weiterhin Herausforderungen gibt, bieten die Fortschritte in der Medizin, der öffentlichen Gesundheit und dem Umweltschutz Anlass zu vorsichtigem Optimismus.
Letztlich war das Jahr 2025 nicht die Katastrophe, als die viele es wahrgenommen haben. Es war ein Jahr, in dem sich unter der Oberfläche des Chaos stille Siege abzeichneten, die uns daran erinnerten, dass auch im Angesicht von Widrigkeiten Fortschritt möglich ist.
