Seit Jahrzehnten navigieren Käufer durch die verwirrende Welt der TV-Spezifikationen: LCD, LED, OLED, QLED … Die Grenzen sind verschwommen, da Marketingteams Begriffe neu definiert haben. Die wesentlichen Unterschiede bleiben jedoch für einen informierten Kauf von entscheidender Bedeutung. In diesem Ratgeber wird die Technologie hinter diesen Displays aufgeschlüsselt, erklärt, wie sie funktionieren und worauf Sie beim Kauf eines neuen Fernsehers eigentlich achten sollten.
Die Grundlage: LCD-Technologie
LCD (Liquid Crystal Display) ist die Basistechnologie für die meisten heute verkauften Fernseher. Diese Bildschirme verwenden ein Gitter aus Flüssigkristallen, die sich drehen, um Licht zu blockieren oder durchzulassen und so die Bilder zu erzeugen, die Sie sehen. Frühe LCDs nutzten CCFL (Cold Cathode Fluorescent Lamps) für die Hintergrundbeleuchtung, eine Technologie, die aufgrund des Quecksilbergehalts und der geringeren Effizienz inzwischen aus dem Verkehr gezogen wurde.
Der Aufstieg der LED-Hintergrundbeleuchtung
Vor rund 20 Jahren begannen Hersteller mit der Umstellung auf LED (Light-Emitting Diode) -Hintergrundbeleuchtung. LEDs sind effizienter, heller und ermöglichen schlankere TV-Designs. Hier beginnt die Verwirrung. Fast alle neuen LCD-Fernseher verfügen über eine LED-Hintergrundbeleuchtung, was dazu führt, dass Unternehmen sie einfach als „LED-Fernseher“ vermarkten. Technisch gesehen ist dies irreführend, da die Kerntechnologie des Displays weiterhin LCD ist.
Über die Basis-LED hinaus: Lokales Dimmen und Mini-LED
Die Qualität der LED-Hintergrundbeleuchtung variiert erheblich.
- Einfache LED-LCDs verwenden oft ein paar LEDs an den Bildschirmrändern, was zu schlechter Helligkeit und ungleichmäßiger Bildqualität führt. Diese sind typischerweise in Budgetmodellen zu finden.
- Local Dimming verbessert den Bildkontrast durch die Steuerung von LED-Gruppen, um bestimmte Bereiche des Bildschirms abzudunkeln. Dadurch werden Schwarztöne tiefer und helle Farben lebendiger, die Wirksamkeit hängt jedoch von der Anzahl der Dimmzonen ab.
- Mini-LED stellt den nächsten Schritt nach oben dar. Diese Fernseher verfügen über Tausende winziger LEDs hinter dem Bildschirm, die eine präzise Steuerung von Helligkeit und Kontrast ermöglichen. Sie konkurrieren in der Leistung mit OLED, kosten aber oft weniger.
Das Marketing-Labyrinth: QLED und darüber hinaus
Samsung hat den Begriff QLED (Quantum Dot LED) populär gemacht. Diese Fernseher kombinieren LED-Hintergrundbeleuchtung mit Quantenpunkten – winzigen Kristallen, die die Helligkeit und Farbgenauigkeit verbessern. QLEDs verbessern die Bildqualität, sind aber grundsätzlich immer noch LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Andere Marken verwenden ähnliche Technologien unter anderen Namen, wie zum Beispiel QNED und ULED.
Der Ausreißer: MicroLED
Es gibt eine echte „LED-TV“-Technologie: MicroLED. Diese Displays nutzen Millionen selbstemittierender LEDs, um Bilder direkt zu erzeugen, ohne dass eine LCD-Schicht erforderlich ist. MicroLED bietet außergewöhnliche Helligkeit, Kontrast und Langlebigkeit, bleibt jedoch unglaublich teuer und derzeit auf High-End-Modelle mit großem Bildschirm beschränkt.
Das Fazit: Was am wichtigsten ist
Wenn Sie keinen OLED-Fernseher kaufen, kaufen Sie einen LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Die Schlüsselfaktoren für die Bildqualität sind die Anzahl der LEDs, die Möglichkeit zum lokalen Dimmen und ob Quantenpunkttechnologie (QLED) zum Einsatz kommt.
Die wichtigste Erkenntnis besteht darin, sich auf Leistungskennzahlen statt auf Marketing-Schlagworte zu konzentrieren. Ein gut implementierter Mini-LED- oder QLED-Fernseher kann eine hervorragende Bildqualität zu einem wettbewerbsfähigen Preis liefern.
Letztendlich wird Ihnen das Verständnis der zugrunde liegenden Technologie dabei helfen, die beste Wahl für Ihre Bedürfnisse und Ihr Budget zu treffen.
