Meta verlagert den Fokus von Metaverse auf KI, Entlassungen in Reality Labs erwartet

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Meta bereitet sich auf den Abbau von 10–15 % seiner Belegschaft bei Reality Labs vor, der Abteilung, die für die Metaverse-Entwicklung verantwortlich ist, da das Unternehmen stark auf künstliche Intelligenz (KI) umschwenkt. Die Kürzungen, die bereits am Dienstag angekündigt werden könnten, spiegeln eine strategische Neuausrichtung unter CEO Mark Zuckerberg wider, der die Führungskräfte angewiesen hat, die KI-Forschung aggressiv zu finanzieren und gleichzeitig die Investitionen in virtuelle Realität (VR) zu reduzieren.

Metaverse Vision tritt in den Hintergrund

Die Entlassungen werden sich unverhältnismäßig stark auf die rund 15.000 Mitarbeiter von Reality Labs auswirken, einschließlich derjenigen, die an VR-Headsets und dem auf Metaverse basierenden sozialen Netzwerk des Unternehmens arbeiten. Auch wenn es nur einen relativ kleinen Teil der insgesamt 78.000 Mitarbeiter von Meta ausmacht, signalisieren die Kürzungen eine deutliche Herabsetzung der Priorität von Zuckerbergs seit langem gehegter Vision einer VR-gesteuerten Zukunft der sozialen Netzwerke.

Dieser Schritt stellt einen großen Wandel in der Strategie von Meta dar, da er die aktuellen Einschränkungen und finanziellen Belastungen des Metaversums anerkennt und gleichzeitig den Fokus auf die sich schnell entwickelnde KI-Landschaft verdoppelt.

KI-Investitionsschub

Berichten zufolge hat Zuckerberg im gesamten Unternehmen Budgetkürzungen angeordnet und insbesondere Mittel aus VR-Projekten den KI-Initiativen von Meta zugewiesen. Dazu gehört eine erhebliche Aufstockung der Mittel für TBD Lab, Metas geheime Einheit, die sich der Entwicklung von „Superintelligenz“-KI-Systemen widmet. Das Unternehmen plant außerdem, mehr Ressourcen in seine Wearables-Abteilung zu investieren, die Datenbrillen und am Handgelenk getragene Computergeräte entwickelt.

Bosworth-Treffen signalisiert Veränderung

Andrew Bosworth, Chief Technology Officer und Leiter von Reality Labs bei Meta, hat für Mittwoch ein persönliches Treffen angesetzt, das in internen Memos als das „wichtigste“ des Jahres bezeichnet wird. Dieser Zeitpunkt deutet darauf hin, dass die Entlassungen ein zentrales Diskussionsthema sein werden.

Warum das wichtig ist

Die Entscheidung von Meta unterstreicht die wachsende Skepsis der Branche gegenüber der unmittelbaren Rentabilität des Metaversums. Das Unternehmen hat seit der Übernahme von Oculus im Jahr 2014 Milliarden in VR investiert und sich 2021 sogar in „Meta“ umbenannt, um sein Engagement für die immersive digitale Welt zu unterstreichen. Angesichts der zunehmenden Konkurrenz von OpenAI und Google im KI-Wettlauf geht Zuckerberg nun ein kalkuliertes Wagnis ein: Er gibt den Metaversum-Traum zugunsten einer möglicherweise lukrativeren KI-Zukunft auf. Der Schritt wirft Fragen zur langfristigen Realisierbarkeit von VR und dem umfassenderen Metaversum-Konzept auf und festigt gleichzeitig die KI als dominierendes technisches Schlachtfeld.

Bei den Entlassungen handelt es sich nicht nur um Kostensenkungsmaßnahmen, sondern um eine strategische Neuausrichtung, die Metas Entwicklung für die kommenden Jahre verändern könnte.