Emil Michael, jetzt leitender Technologiebeamter im Verteidigungsministerium, hat seit langem bestehende Beschwerden über seinen Ausstieg aus Uber öffentlich zum Ausdruck gebracht und einen detaillierten Bericht über den eskalierenden Streit der Regierung mit dem KI-Unternehmen Anthropic geliefert. Die Äußerungen, die in einem kürzlich veröffentlichten Podcast-Interview gemacht wurden, offenbaren eine tiefe Verbitterung gegenüber Uber-Investoren, die ihn und Travis Kalanick verdrängt haben, sowie scharfe Kritik an den Versuchen von Anthropic, den vom Verteidigungsministerium verwendeten KI-Modellen Beschränkungen aufzuerlegen.
Der ungelöste Fallout von Uber
Michael, der nur wenige Tage vor Kalanick im Jahr 2017 im Rahmen einer Untersuchung am Arbeitsplatz von Uber zurücktrat, beschrieb seinen Abschied als „effektiven“ Rauswurf. Obwohl er nicht direkt in die Belästigungs- und Diskriminierungsvorwürfe verwickelt ist, die die Untersuchung auslösten, glaubt Michael, dass er zusammen mit Kalanick zu Unrecht entfernt wurde.
Er hat kein Verständnis für die Investoren, insbesondere für Benchmark, die auf ihre Entfernung drängten und argumentierten, dass ihre kurzsichtige Fokussierung auf unmittelbare Gewinne Ubers Potenzial, ein Billionen-Dollar-Gigant für autonomes Fahren zu werden, zunichte machte.
„Das werde ich nie vergessen und auch nicht verzeihen“, sagte Michael unverblümt.
Kalanick teilt diese Meinung und bedauert, dass das Selbstfahrprogramm von Uber auf dem Weg war, mit Waymo zu konkurrieren, bevor es 2020 vorzeitig eingestellt wurde. Seitdem hat er mit seinem neuen Unternehmen Atoms den Schwerpunkt auf Robotik verdoppelt und ist bereit, das autonome Fahrzeug-Startup Pronto zu übernehmen, was sein anhaltendes Engagement in diesem Bereich weiter unterstreicht.
Die Pattsituation des Verteidigungsministeriums mit Anthropic
Das Interview beleuchtete auch die umstrittenen Verhandlungen des Verteidigungsministeriums mit Anthropic, die letztendlich scheiterten. Michael argumentierte, dass Anthropic versucht, seine eigenen politischen Präferenzen auf bestehende gesetzliche und interne Vorschriften zu übertragen, was zu einer inakzeptablen Einschränkung für militärische Anwendungen führt.
Er warnte außerdem, dass die KI-Modelle von Anthropic wiederholt von chinesischen Technologieunternehmen ins Visier genommen wurden, indem sie eine Technik namens Destillation nutzten, wodurch ihre Fähigkeiten effektiv zurückentwickelt wurden. Dies, so Michael, würde der Volksbefreiungsarmee Zugang zu funktional gleichwertiger KI-Technologie gewähren, während das Verteidigungsministerium mit einer eingeschränkten Version operiert.
„Ich wäre einarmig und auf dem Rücken gefesselt gegen ein anthropisches Modell, das voll fähig ist – von einem Gegner“, sagte Michael und charakterisierte die Situation als „völlig orwellianisch“.
Eskalierender Rechtsstreit
Der Streit wurde inzwischen vor Gericht verhandelt, wobei Verteidigungsminister Pete Hegseth Anthropic als „Lieferkettenrisiko“ bezeichnete. Die Regierung reichte einen 40-seitigen Schriftsatz ein, in dem sie argumentierte, dass die Gewährung des Zugangs von Anthropic zur DoD-Infrastruktur ein „inakzeptables Risiko“ mit sich bringen würde, da das Unternehmen theoretisch seine Technologie deaktivieren oder ändern könnte.
Anthropic schlug zurück und legte eidesstattliche Erklärungen vor, in denen er die Behauptungen der Regierung bestritt und behauptete, dass eine solche Einmischung technisch nicht möglich sei. Für Dienstag ist in San Francisco eine Anhörung zur Klärung der Angelegenheit geplant.
Der anhaltende Konflikt zwischen dem Verteidigungsministerium und Anthropic verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen nationalen Sicherheitsbedenken und der Kontrolle des Privatsektors über modernste KI-Technologie. Das Ergebnis wird wahrscheinlich einen Präzedenzfall für künftige Regierungspartnerschaften mit KI-Unternehmen schaffen und die Landschaft der Verteidigungsinnovation für die kommenden Jahre prägen.
























