Während die USA militärisch gegen den Iran vorgehen, ziehen Beobachter zunehmend Parallelen zur Invasion des Irak im Jahr 2003. Die Ähnlichkeiten sind frappierend: Beide Konflikte zeichnen sich durch eine überwältigende militärische Dominanz der USA aus, gepaart mit wechselnden, oft unklaren strategischen Zielen, und beide werden von Präsidenten geführt, die den Sieg verkünden wollen, bevor tatsächlich Stabilität erreicht ist.
In einer aktuellen Diskussion auf Today, Explained äußerte der erfahrene Journalist Dexter Filkins, der als Bagdad-Korrespondent der New York Times fungierte, seine Besorgnis über die aktuelle Entwicklung des US-Engagements im Iran.
Die Illusion von „Mission erfüllt“
Ein zentrales Thema im Vergleich dieser beiden Konflikte ist die Kluft zwischen militärischem Erfolg und politischer Stabilität. Filkins erinnert sich an den berüchtigten „Mission erfüllt“-Moment während des Irakkriegs, als Präsident Bush den Sieg verkündete, während das Land im Chaos versank.
Der Unterschied zwischen dem Sieg in einer Schlacht und dem Sieg in einem Krieg ist entscheidend:
– Militärische Dominanz vs. Ordnung: Das US-Militär ist äußerst effektiv bei der Zerstörung feindlicher Ziele und der Demontage von Regimen. Die Zerstörung einer Regierung führt jedoch nicht automatisch zur Schaffung eines funktionierenden Staates.
– Das Vakuum der Macht: Im Jahr 2003, als die USA in Bagdad einmarschierten, führte das Fehlen eines Plans für die Ordnung nach der Invasion zu sofortiger Anarchie, Plünderungen und Blutvergießen.
– Das Nachhaltigkeitsproblem: Ohne einen Mechanismus zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zum Wiederaufbau sozialer Strukturen wird der militärische Sieg zu einem „grausamen Witz“.
„Das US-Militär ist wirklich gut in dem, was es tut, und was es tut, ist, seine Feinde zu vernichten. Aber das reicht nicht unbedingt aus, um einen gerechten und dauerhaften Frieden zu schließen … und das wird, sagen wir, den Vereinigten Staaten den Abzug ermöglichen.“
Der regionale und inländische Fallout
Die Folgen des Irak-Krieges reichten weit über die Grenzen des Irak hinaus und lösten einen „sich selbst tragenden Feuersturm“ aus, der den Nahen Osten umgestaltete. Filkins weist darauf hin, dass die Invasion als Magnet für Extremisten aus der gesamten islamischen Welt gewirkt habe, die die USA nicht als Befreier, sondern als Besatzungsmacht betrachteten.
Innenpolitisch hinterließ der Irak-Krieg tiefe Narben in der amerikanischen Psyche. Dass es nicht gelang, Massenvernichtungswaffen (MVW) zu finden, löste in der Öffentlichkeit ein tiefes Gefühl des Verrats aus. Dieser Vertrauensverlust in die Geheimdienste und Führung der Regierung führte zu anhaltender Skepsis hinsichtlich der Rechtfertigung ausländischer Interventionen.
Parallele Sorgen im Iran-Konflikt
Bei der Untersuchung der aktuellen Situation im Iran identifiziert Filkins mehrere besorgniserregende Muster, die die frühen Jahre des Irak-Krieges widerspiegeln:
- Mehrdeutige Begründungen: Ähnlich wie im Vorfeld des Irak-Krieges besteht ein wahrgenommener Mangel an Klarheit hinsichtlich der endgültigen Ziele der aktuellen Regierung. Präsident Trump hat verschiedene Rechtfertigungen für den Konflikt angeführt, was das demokratische Mandat für den Krieg erschwert.
- Humanitäre Kosten: Zur Realität der modernen Kriegsführung gehören tragische Opfer unter der Zivilbevölkerung, wie beispielsweise die jüngsten Berichte über Bombenanschläge auf Schulen. Obwohl dies inhärente Konfliktrisiken sind, erhöhen sie die moralische und politische Belastung des Krieges.
- Das Risiko von „Forever Wars“: Es wächst die Angst, dass die USA erneut in einen Interventionszyklus eintreten, dem es an einer klaren Ausstiegsstrategie mangelt, was möglicherweise zu einer langfristigen regionalen Destabilisierung führt.
Blick nach vorn: Die Suche nach einem Ausweg
Während die Situation im Iran zutiefst besorgniserregend erscheint, verlagert sich der Fokus von der Art und Weise, wie der Krieg begann, hin zu seinem möglichen Ende. Das vorrangige Ziel der politischen Entscheidungsträger muss laut Filkins eine Lösung sein, die eine globale Wirtschaftskatastrophe verhindert.
Eine wichtige Priorität besteht darin, sicherzustellen, dass die Straße von Hormus offen bleibt, um eine globale Rezession zu verhindern. Das ultimative Ziel ist eine „Befreiung“, die verhindert, dass der Nahe Osten in einem Zustand noch größeren Chaos zurückbleibt, als er derzeit angesprochen wird.
Schlussfolgerung: Die wichtigste Lehre aus dem Irak-Krieg ist, dass militärische Macht ein Regime stürzen kann, aber allein keinen dauerhaften Frieden aufbauen kann. Während die USA den Konflikt im Iran steuern, bleibt die Herausforderung, einen Weg zur Stabilität zu finden, der den Kreislauf aus Anarchie und langfristiger Besatzung vermeidet.
























