Jenseits menschlicher Daten: David Silvers 1,1-Milliarden-Dollar-Wette auf Reinforcement Learning

11

Ein neuer Spieler ist in das hochriskante Rennen um die Vormachtstellung im Bereich der künstlichen Intelligenz eingestiegen. Ineffable Intelligence, ein britisches KI-Startup, das vom ehemaligen DeepMind-Schwergewicht David Silver gegründet wurde, hat sich eine Finanzierung in Höhe von 1,1 Milliarden USD mit einem Wert von 5,1 Milliarden USD gesichert.

Das Unternehmen ist nicht nur ein weiterer Akteur auf dem Large Language Model (LLM)-Markt; Es wird versucht, die Art und Weise, wie Maschinen Intelligenz erlangen, grundlegend zu verändern.

Das Ziel: Einen „Superlearner“ schaffen

Während aktuelle KI-Modelle wie ChatGPT zum Lernen stark auf riesige Datensätze mit von Menschen erstellten Texten angewiesen sind, zielt Ineffable Intelligence darauf ab, diese Abhängigkeit zu überwinden. Ihr Ziel ist es, einen „Superlearner“ zu entwickeln – eine KI, die in der Lage ist, Wissen zu entdecken und komplexe Fähigkeiten durch Reinforcement Learning zu beherrschen.

Im Gegensatz zum traditionellen überwachten Lernen, bei dem eine KI menschliche Beispiele untersucht, ermöglicht Reinforcement Learning einem System, durch Versuch und Irrtum zu lernen. Dieser Ansatz ermöglicht es der KI, auf Probleme zu stoßen und diese zu lösen, für deren Beschreibung Menschen möglicherweise nicht einmal über die erforderlichen Daten verfügen.

„Wenn dies erfolgreich ist, wird dies einen wissenschaftlichen Durchbruch von vergleichbarer Größenordnung wie Darwin darstellen: Wo sein Gesetz alles Leben erklärte, wird unser Gesetz alle Intelligenz erklären und aufbauen.“ — Unbeschreibliche Intelligenz

Der Stammbaum von David Silver

Die enorme Bewertung ist größtenteils auf das Fachwissen seines Gründers zurückzuführen. David Silver, Professor am University College London, leitete über ein Jahrzehnt lang das Reinforcement-Learning-Team bei Google DeepMind.

Seine Erfolgsbilanz umfasst einige der bedeutendsten Meilensteine in der KI-Geschichte:
AlphaZero: Ein Programm, das Schach und das Brettspiel durch reines Selbstspiel beherrscht.
Autonome Entdeckung: Im Gegensatz zu früheren Engines, die auf menschlichen Spielaufzeichnungen beruhten, lernten die Systeme von Silver, indem sie gegen sich selbst spielten, und übertrafen schließlich die weltbesten menschlichen und computergestützten Spieler.

Silver betrachtet Ineffable Intelligence als sein „Lebenswerk“ und weist sogar darauf hin, dass alle persönlichen Gewinne aus dem Unternehmen an wohltätige Organisationen mit hoher Wirkung gespendet werden.

Eine neue Ära der „Coconut Rounds“

Der Umfang dieser Finanzierungsrunde verdeutlicht einen wachsenden Trend in der Risikokapitallandschaft. Ineffable Intelligence hat fast unmittelbar nach seiner Gründung den Status eines „Pentacorns“ (eine Bewertung von über 5 Milliarden US-Dollar) erreicht.

Dies folgt einem Muster, das bei anderen „Star-Researcher“-Startups zu beobachten ist, die oft als „Kokosnuss-Runden“ bezeichnet werden – eine Eskalation der traditionellen „Seed-Runde“, bei der im Voraus massiv Kapital auf der Grundlage des Rufs der Gründer eingesetzt wird. Aktuelle Beispiele sind:
AMI Labs: Mitbegründer des Turing-Award-Gewinners Yann LeCun, der kürzlich 1,03 Milliarden US-Dollar eingesammelt hat.
Rekursive Superintelligenz: Mitbegründer des ehemaligen DeepMind-Wissenschaftlers Tim Rocktäschel, der Berichten zufolge bis zu 1 Milliarde US-Dollar anstrebt.

London: Ein aufstrebender globaler KI-Hub

Der Aufstieg von Ineffable Intelligence verstärkt die wachsende Bedeutung von London als zentraler Knotenpunkt im globalen KI-Ökosystem. Diese Dynamik wird angetrieben durch:
– Das bleibende Erbe von DeepMind in Großbritannien.
– Ein leistungsstarkes Netzwerk von DeepMind-Alumni, die Führungspositionen bei neuen Unternehmen übernehmen.
– Strategische Investitionen von Unternehmen wie der British Business Bank und dem britischen Sovereign AI -Fonds.

Der Kapitalzufluss von Schwergewichten wie Sequoia Capital, Lightspeed Venture Partners, Nvidia und Google legt nahe, dass die Branche stark auf den Wandel von Modellen, die Menschen nachahmen, zu Modellen setzt, die sie durch unabhängiges Denken übertreffen.


Schlussfolgerung
Durch die Abkehr von menschenabhängigen Daten hin zum autonomen Verstärkungslernen versucht Ineffable Intelligence, einen der größten Engpässe der KI zu lösen. Wenn Silver seinen Erfolg mit AlphaZero in viel größerem Maßstab wiederholen kann, könnte dies den Übergang von generativer KI zu wirklich autonomer Intelligenz signalisieren.