Christopher Sower war nicht nur ein Drucker. Er war eine Naturgewalt im kolonialen Pennsylvania. Sower wurde 1693 in Ladenburg in der Pfalz im heutigen Deutschland geboren und brachte eine besondere Mischung aus Handwerk, Glauben und politischer Agitation in die Neue Welt. Er kam 1724 mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn Christopher nach Germantown, Pennsylvania. Der jüngere Christopher sollte später das Erbe weiterführen, aber der Vater baute das Imperium auf.
Sower war ein generalistischer Handwerker. Er konnte alles tun. Doch seine wahre Berufung offenbarte sich im Jahr 1738. Damals wurde er der erste erfolgreiche Drucker, der sich speziell an die große Zahl deutscher Einwanderer in den Kolonien richtete. Die Nachfrage war riesig. Der Bedarf an deutschsprachigen Medien war dringend. Sower trat ein, um die Lücke zu füllen.
Seine Presse produzierte nicht nur Broschüren. Es entstand eine Zeitung mit dem Titel „Der Hoch-Deutsche Pennsylvaniaische Geschicht-Schreiber“. Später benannte er es 1748 in „Pennsylvaniaische Berichte“ um. Er veröffentlichte auch „Der Hoch-Deutsch Americanische Calender“, einen Almanach, der für Landwirte und Kaufleute unverzichtbar gewesen wäre. Insgesamt produzierte er mehr als 150 Exemplare. Bei den meisten handelte es sich um religiöse Texte auf Deutsch. Dazu gehörten Breitseiten und vor allem die erste koloniale Bibel in europäischer Sprache, die 1743 in Amerika gedruckt wurde.
Religion war für Sower nicht von seinem Geschäft getrennt. Es war der Motor. Er war Pietist. Diese Bewegung betonte den persönlichen Glauben und das moralische Leben gegenüber starren kirchlichen Strukturen. Man kann diesen Einfluss in jedem Projekt sehen, an dem er beteiligt war.
Sein Engagement ging über die Druckmaschine hinaus. Sower forderte seine Landsleute in Pennsylvania dazu auf, wählen zu gehen. Das war ein mutiger Schritt. Viele deutsche Einwanderer waren politisch apathisch. Sower betrachtete das Wählen als Instrument, um pazifistische und eidverleugnende Quäker an der Macht zu halten. Die Quäker lehnten den Krieg ab und weigerten sich, der Krone Eide zu schwören. Behalten Sie die Kontrolle im Einklang mit den eigenen Werten von Sower.
Er setzte sich für konkrete Gesetzesänderungen ein. Er wollte, dass Gesetze die Misshandlung von Einwanderern stoppen. Er drängte auf die Verbreitung medizinischen Wissens. Er plädierte für den Bau von Krankenhäusern. Er kämpfte für den Erhalt der deutschen Kultur in einer sich schnell verändernden Kolonie.
Gleichzeitig zeichnete er scharfe Linien in den Sand. Er lehnte Verteidigungsmaßnahmen ab. Er lehnte eine Zwangsanglisierung der Deutschen ab. Er kämpfte gegen die Sklaverei. Er kehrte auch der Hochschulbildung und den traditionellen Religionen den Rücken. Er mochte ihre Formen, ihr Sektierertum und ihren professionellen Klerus nicht. Für Sower fühlten sich diese Institutionen distanziert und korrupt an. Der Pietismus bot einen saubereren und direkteren Weg zu Gott.
Als Sower am 25. September 1758 in Germantown starb, hörten die Arbeiten nicht auf. Sein Sohn Christopher (1721–1784) übernahm die Leitung. Der jüngere Sower setzte sowohl die Presse als auch die Prinzipien fort. Die deutsche Stimme in Pennsylvania blieb stark und wurde von den Sowers gedruckt und gepredigt.
Der Einfluss dieser frühen Einwanderergemeinschaft wird in großen Teilen der amerikanischen Geschichte oft übersehen. Wir sehen die Revolution. Wir sehen die Verfassung. Wir sehen selten die stille, hartnäckige Arbeit von Menschen wie Sower, die eine Sprache und eine Kultur durch Tinte und Papier am Leben erhalten. Es war nicht glamourös. Es war notwendig















