Hören Sie auf, mich aufzuzeichnen: Wie ein VC die Überwachung von KI-Meetings bekämpft

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Es begann mit einer Namensänderung. Na ja, irgendwie.

VC Jeremy Levine nannte sich nicht mehr nur „Jeremy Levine“. Bei Zoom-Anrufen identifiziert er sich jetzt als „Jeremy Levine, ich stimme der Transzendierung oder Aufzeichnung nicht zu.“

Ist es kleinlich? Sicher. Ist es ein Hilferuf? Vielleicht. Laut einem aktuellen Bericht des Wall Street Journal ist Levines Schritt eine ironische, aggressive Reaktion auf etwas, das ihm immer wieder den Tag ruiniert: den Aufstieg von KI-Notiztools, die alles aufzeichnen, was Sie sagen.

Bei dem Trend geht es nicht mehr nur um Privatsphäre. Es geht darum, wie unsere täglichen Interaktionen ohne Zustimmung erfasst, transkribiert und analysiert werden.

Die Automatisierung alltäglicher Gespräche

Man könnte meinen, dass Aufzeichnungen von Besprechungen in Vorstandsetagen von Unternehmen zum Standard gehören. Sie sind. Aber das Leck hat sich ausgeweitet. Es trifft Dating-Apps. Es trifft Wasserkühler-Chats. Es erreicht Orte, an denen man nie erwartet hätte, dass ein Mikrofon live ist.

Nehmen Sie Eric Bahn. Der Risikokapitalgeber sagt, er gehe mittlerweile davon aus, dass jedes Treffen mit einem Gründer aufgezeichnet werde. Er braucht kein Zeichen. Er sieht es an der Art und Weise, wie Telefone auf Tischen platziert werden.

Dann ist da noch die Dating-Welt in San Francisco, die angeblich ohne KI-Analyse schon brutal genug ist. Eine Gründerin erzählte dem WSJ, dass sie bei ihren ersten Dates eine App namens Granola nutzt. Sie zeichnet das Gespräch auf. Später gibt sie das Transkript an Claude, einen KI-Assistenten, weiter, um ihre Leistung zu analysieren.

Ihr Ziel? Um herauszufinden, ob sie engagiert war. Wenn sie einfühlsam wäre. Wer dominierte den Talktrack?

Es ist Effizienz, die gegen Intimität eingesetzt wird. Und es geschieht schneller, als irgendjemand gedacht hätte.

Ein juristisches Minenfeld (in das jeder hineinläuft)

Levine beschreibt diese neue Normalität als „sozial inakzeptables Verhalten“. Es tötet die Spontaneität. Sie lachen nicht über den schlechten Witz Ihres Freundes, wenn Sie wissen, dass er von einem Algorithmus analysiert wird. Sie reden nicht über Ihren Chef, wenn ein Laptop in der Ecke Ihr Gemurmel niederschreibt.

Andere weisen auf die rechtlichen Risiken hin.

Wir waten derzeit durch einen regulatorischen Nebel. Die Gesetze zur Einwilligung zur Audioaufzeichnung variieren je nach Bundesstaat. In einigen Gerichtsbarkeiten ist die Zustimmung zweier Parteien erforderlich, in anderen eine einseitige. Stimmt die andere Person durch ihr Erscheinen zu, wenn eine App automatisch im Hintergrund aufzeichnet? Wahrscheinlich nicht in einer Weise, die vor Gericht Bestand hat.

Doch der Gesellschaftsvertrag bricht schneller zusammen, als die Gesetze aufholen können.

Wer liest eigentlich die Notizen?

Hier ist die ironische Wendung, über die niemand spricht.

Wir bauen ein digitales Archiv aller alltäglichen Gespräche, jedes ungezwungenen Mittagessens, jedes unangenehmen Blind Dates auf. Wir erfassen Daten in großem Umfang.

Und doch…

Wer hat schon die Zeit, sich zwei Stunden Transkript einer einstündigen Besprechung anzuhören? Die meisten Leute überfliegen. Oder sie schauen es überhaupt nicht an.

Wenn jede Interaktion archiviert, durchsuchbar und analysierbar ist, werden wir nicht effizienter. Wir errichten eine Audio-Mülldeponie. Ein Haufen gesprochener Worte